Letztes Wort.
Kritisch. Objektiv. Sachlich. Hier hat die Moral das letzte Wort.
Hier finden Sie ein Glossar der wichtigsten Begriffe der Medienethik, eine umfangreiche Linkliste zu externen Online-Quellen sowie eine aktuelle Literaturliste.

Bloke-Ification

Framework, nach dem sich Frauen männliche Verhaltensweisen aneignen, um beruflich erfolgreicher zu sein (Mills, 2014; Topić, 2018).

Club of Rome

Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Expert*innen verschiedener Disziplinen aus mehr als 30 Ländern und wurde 1968 gegründet. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein.

Diskriminierung

Diskriminierung entsteht dann, wenn die falsche Vorstellung zugrunde liegt, es handle sich um minderwertigere Menschen. Damit also eine Handlung eine Diskriminierung darstellt, muss sie sich auf ein unrechtmäßiges Merkmal beziehen. Diese Merkmale können Ethnizität, Religion, nationale oder soziale Herkunft, Sprache, physisches Äußeres, Abstammung, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter oder Behinderung betreffen (Amnesty International (o. J.)).

Fridays for Future

Globale soziale Bewegung, die sich für möglichst umfassende, effiziente und schnelle Klimaschutz-Maßnahmen einsetzt. Ziel ist es, das 1,5-Grad-Ziel der Vereinten Nationen noch einhalten zu können, welches im Rahmen der Weltklimakonferenz 2015 in Paris beschlossen wurde. Die schwedische Aktivistin Greta Thunberg gilt als Initiatorin von Fridays for Future.

Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming ist ein strategischer Ansatz zur Gleichstellung von Frauen und Männern bei der Planung, Durchführung und Bewertung gesellschaftlicher Prozesse (Ohlde & Olthoff, 2005).

Global Women in PR

GWPR Deutschland ist das Netzwerk erfahrener Kommunikatorinnen, die in Unternehmen, Agenturen, Beratungsgesellschaften, Verbänden, bei Branchen-Dienstleistern oder selbständig arbeiten.

Greenwashing

Greenwashing bezeichnet den Versuch von Unternehmen, Organisationen oder Institutionen, durch Marketing-, PR- oder anderen Kommunikationsmaßnahmen ein nachhaltiges oder grünes Image zu erlangen, ohne entsprechende Maßnahmen umzusetzen oder ernst zu nehmen (Lin-Hi, 2018). Eine Übereinstimmung der CSR-Aktivitäten und einer widerspruchsfreie Unternehmenskommunikation ist essentiell, um Greenwashing-Vorwürfen zu begegnen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Kommunikation den tatsächlichen Maßnahmen nicht vorauseilen darf. Im Extremfall führt Greenwashing dazu, dass die Öffentlichkeit generell das Vertrauen in das verantwortliche Handeln von Unternehmen verliert (Heinrich & Schmidpeter, 2013, S. 7f.).

Konstruktivismus

Der Konstruktivismus geht davon aus, dass Wirklichkeit von menschlichen Individuen nicht objektiv abgebildet werden kann. Die Wirklichkeit, die wir zu sehen glauben, ist immer eine konstruierte Wirklichkeit. Wirklichkeit wird aus konstruktivistischer Sicht also nicht abgebildet, sondern von Individuen konstruiert. Es gibt demzufolge so viele Wirklichkeiten, wie es Menschen gibt. Weiterhin haben Medien die Rolle als Produzenten von Wirklichkeit. Entsprechend setzt sich die für Menschen handlungsleitende, aktuelle Wirklichkeit aus einer „realen“ Wirklichkeit und einer von den Medien produzierten „fiktionalen“ Wirklichkeit zusammen. (Merten, 2001, S. 45; Merten, 2015, S. 175).

Moral

Moral bezieht sich auf die Gesamtheit der Überzeugungen von „gut“ und „böse“, also auf innere Realitäten. Diese inneren Realitäten sind nicht universell, sondern immer relativ in Bezug auf die Kultur, Gesellschaft oder die Sozialisation (Bergmann & Luckmann, 1999, S.8). Was genau Moral ist, wissen wir nicht aufgrund äußerer Beobachtungen, sondern aufgrund der Reflexion auf die Praxis moralischen Urteilens und Handelns, an der wir selbst teilhaben und für die wir unterstellen, dass auch andere an ihr teilhaben (Fischer et al., 2008, S.82).

Public Relations (PR)

PR kurz für Public Relations, deutsch Öffentlichkeitsarbeit, steht für das Management der Kommunikation von Organisationen mit der Öffentlichkeit.

Sexismus

Sexismus ist die persönliche und gesellschaftliche Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres zugeschriebenen Geschlechts. Grundsätzlich kann jedes Geschlecht betroffen sein, Sexismus richtet sich jedoch überwiegend gegen Frauen. Personen werden entsprechend ihres Geschlechts bestimmte Rollenbilder, Umgangsweisen oder Bedingungen zugeordnet. Menschen, die diesen traditionellen Geschlechterbildern nicht entsprechen, werden von anderen negativ beurteilt. (Bundeszentrale für politische Bildung, 2016, S. 2)

Stereotype

Ein Stereotyp ist eine verallgemeinernde Meinung über Personengruppen. Dieser starre Eindruck entsteht oft durch vorschnelles Urteilen und stimmt selten mit der Realität überein. Menschen werden demnach aufgrund von Merkmalen wie Geschlecht, Alter oder Hautfarbe ohne objektive Überprüfung kategorisiert bzw. „in Schubladen gesteckt“. Diese in der Gesellschaft verbreiteten Vorstellungen von Menschen entstehen durch den Wunsch, Komplexität zu reduzieren. Folgen von Stereotypen können Vorurteile sowie Diskriminierungen sein. (Bundeszentrale für politische Bildung, 2014; Hery-Moßmann, 2019; Six-Materna & Six, 2000)

Triple-Bottom-Line

Die Triple-Bottom-Line beschreibt eine nachhaltige Entwicklung, die ökonomische, ökologische und soziale Faktoren berücksichtigen muss. Unternehmen müssen dementsprechend neben wirtschaftlichen auch umweltbezogene und soziale Ziele in ihre Strategie integrieren. Gleichzeitig werden sie von ihren Anspruchsgruppen für ihr Handeln in diesen Zielbereichen bewertet und tragen hier eine gesellschaftliche Verantwortung.

Verantwortung

Verantwortung bedeutet, dass ein Individuum oder ein Unternehmen für etwas eintritt und die Folgen für das eigene Handeln, also das Tun aber auch das Unterlassen, gegenüber Dritten trägt und rechtfertigt.

Wahrhaftigkeit

Wahrhaftigkeit ist einer der vier Geltungsansprüche, die Jürgen Habermas in seiner Theorie des kommunikativen Handelns aufgestellt hat. Dabei handelt es sich um den Anspruch, dass Meinungen, Wünsche, etc. so formuliert werden, wie sie gemeint sind (Habermas, 1988, S. 139). Nur dann kann ein Hörer / eine Hörerin dem Gesagten auch Glauben schenken (ebd., S. 413).

Werberat

Der Deutsche Werberat bezeichnet sich als „Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft“. Die Institution kümmert sich darum, dass Werbung, die rechtlich zulässig ist, ethische Grenzen nicht überschreitet. Die Aufgaben beinhalten die Korrektur oder Verhinderung zweifelhafter Werbemaßnahmen, die Behandlung von Beschwerden aus der Bevölkerung und die Entwicklung von Leitlinien für die Werbung. Der Werberat agiert als unabhängiges Selbstkontrollorgan der Wirtschaft. (Deutscher Werberat, 2020; Esch, 2018)

Werttreiber

Sind beeinflussbare Faktoren, die Einfluss auf das finanzielle Ergebnis eines Unternehmens haben können. Es wird zwischen operativen (zu den finanziellen Faktoren vorgelagerte Hebel, die sich auf den Unternehmenserfolg auswirken können wie die Produktqualität) und finanziellen (finanzielle Ergebnisgrößen wie Investitionen oder Kapitalkosten) Werttreibern unterschieden (Weber, 2018). Somit können Werttreiber als Stellhebel einen Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts leisten und stellen die Basis für den Erfolg des wertorientierten Managements dar (Kaub & Schaefer, 2002, S. 18; Porak, 2005, S. 185).

Zweigeschlechtlichkeit: Sex & Gender

In der Geschlechterforschung wird zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und dem sozialen Geschlecht (gender) unterschieden. Das biologische Geschlecht bezieht sich auf die körperlichen Geschlechtsmerkmale, während das soziale Geschlecht die sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen und -identitäten der Mitglieder einer Gesellschaft meint. Da Geschlechterrollen kein biologisches Phänomen sind, wird mit gender die Einteilung der Menschen in homogene Gruppen von Frauen und Männern kritisiert. In vielen Kulturen wird kein System von Zweigeschlechtlichkeit vertreten, sondern die Existenz mehrerer Geschlechter anerkannt. Nach Auffassung der Geschlechterforschung können sowohl das biologische Geschlecht als auch das soziale Geschlecht als soziale Konstrukte verstanden werden, die die Wirklichkeit geschlechtlicher Vielfalt nur unzureichend erfassen. (Braun & Stephan, 2009, S. 34f; Koch, 2005, S. 19; Kunze, 2002)

Literaturverzeichnis

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Bergmann, T. & Luckmann, J. (1999).(Hrsg.). Kommunikative Konstruktion von Moral. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Boldt, F. (2020, 23. November). Neues Aufreger-Plakat: Kult-Unternehmen aus Hamburg schießt erneut gegen Trump. Hamburger Morgenpost [Online]. Zugriff am 10.12.2020 unter https://www.mopo.de/hamburg/neues-aufreger-plakat-kult-unternehmen-aus-hamburg-schiesst-erneut-gegen-trump-37652446

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Braun, C. & Stephan, I. (2009). Einführung. Gender@Wissen. In C. Braun & I. Stephan (Hrsg.), Gender@Wissen. Ein Handbuch der Gender-Theorien (S. 9-46). Köln, Weimar, Wien: Böhlau Verlag GmbH & Cie.

Business Punk Redaktion (2020, 16. Oktober). Shitstorm wegen Trump-Karikatur: Fritz-Kola kontert souverän und tut was gegen Hass. Business Punk [Online]. Zugriff am 07.01.2020 unter http://rebrush.business-punk.com/2020/10/shitstorm-wegen-trump-karrikatur-fritz-kola-kontert-souveraen-und-tut-was-gegen-hass/

Deutscher Werberat (2020). Aufgaben und Ziele. Zugriff am 22.12.2020 unter https://www.werberat.de/aufgaben-und-ziele

Esch, F. R. (2018). Deutscher Werberat. In Gabler Wirtschaftslexikon online. Zugriff am 22.12.2020 unter https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/deutscher-werberat-30182/version-253772

Fischer et al. (2008). Grundkurs Ethik. Grundbegriffe philosophischer und theologischer Ethik (8., überarb. u. erw. Aufl.). Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH.

Habermas, J. (1988). Theorie des kommunikativen Handelns. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Heinrich, P & Schmidpeter, R. (2013). Wirkungsvolle CSR-Kommunikation – Grundlagen. In P. Heinrich (Hrsg.), CSR und Kommunikation: Unternehmerische Verantwortung überzeugend vermitteln. Berlin, Heidelberg: Springer Gabler.

Hery-Moßmann, N. (2019). Definition: Das ist ein Stereotyp. Zugriff am 23.12.2020 unter https://praxistipps.focus.de/definition-das-ist-ein-stereotyp_116103

Kaub, M. & Schaefer, M. (2002). Wertorientierte Unternehmensführung - Eine Einführung in das Konzept. Hans-Böckler-Stiftung [Online]. Zugriff am 28.12.2020 unter https://www.boeckler.de/pdf/mbf_wertor_untfuehrung.pdf

Koch, S.C. (2005). Evaluative affect display toward male and female group leaders. A replication and extension. Small Group Research, 36, 678-703.

Kotthoff, H. (1999). Mahlzeiten mit Moral: Georgische Trinksprüche zwischen Pathos und Poesie. In: Bergmann, J. & Luckmann, T. (Hrsg.), Kommunikative Konstruktion von Moral (S.13-50). Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Kunze, K. A. (2002). Was ist Geschlecht? Differenzierung zwischen Sex und Gender. Zugriff am 23.12.2020 unter https://queerfor.uber.space/fileadmin/user_upload/news/Was_ist_Geschlecht_2016.pdf

Lin-Hi, N. (2018, 19. Februar). Greenwashing. Gabler Wirtschaftslexikon [Online]. Zugriff am 29.12.2020 unter https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/greenwashing-51592/version-274753

Luckmann, T. (Hrsg.). (1998). Moral im Alltag. Sinnvermittlung und moralische Kommunikation in intermediären Institutionen. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.

Merten, K. (2001). Determinanten des Issues Managements. In: U. Röttger (Hrsg.), Issues Management – Theoretische Konzepte und praktische Umsetzung. Eine Bestandsaufnahme (S.41-57). Wiesbaden: Springer VS.

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Mills, E. (2014). Why Do the Best Jobs Go to Men? British Journalism Review 25(3), 17-23.

Ohlde, K., & Olthoff, M. (2005). Verwaltungsmodernisierung und Gender Mainstreaming. In Handbuch zur Verwaltungsreform (pp. 312-322). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.

Porak, V. (2005). Methoden zur Erfolgs- und Wertbeitragsmessung von Kommunikation. In M. Piwinger, V. Porak (Hrsg.), Kommunikations-Controlling: Kommunikation und Information quantifizieren und finanziell bewerten (S. 162-193). Wiesbaden: Gabler.

Richter, S. (2002). Moral und Kommunikation. München: GRIN Verlag.

Schasche, S. (2020). Wie Fritz-Kola Hass in Gutes verwandelt. W&V [Online]. Zugriff am 05.01.2021 unter https://www.wuv.de/marketing/wie_fritz_kola_hass_in_gutes_verwandelt

Six-Materna, I. & Six, B. (2000). Lexikon der Psychologie. Stereotype. Zugriff am 23.12.2020 unter https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/stereotype/14836

Topić, M. (2018). Not Bloke-ified enough? Women Journalists, Supermarket Industry and the Debate on Sugar in the British Press (2010-2015). Newspaper Research Journal 39(4), 433-442.

Weber, J. (2018, 28. Mai). Werttreiber. Gabler Wirtschaftslexikon [Online]. Zugriff am 28.12.2020 unter https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/werttreiber-47107/version-327342